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Berkeley College, New York, USA (SoSe 17)

Eine Reise nach New York stand schon lange auf meiner Wunschliste. So fiel mir meine Entscheidung für eine Partneruniversität nicht schwer und ich entschied mich schnell für das Berkeley College in New York.

Vorbereitungen

Bevor das Auslandssemester in deinem Wunschland beginnen kann, ist eine gute Vorbereitung sehr wichtig. Je früher ihr mit der Planung beginnt, desto organisierter und stressfreier verläuft der Start ins Abenteuer. Besonders bei Aufenthalten in die USA ist zu beachten, dass man sich frühzeitig um das Visum, den Flug, die Unterkunft etc. kümmert. Genau diese Punkte werde ich in diesem Bericht behandeln, um meine Erfahrungen und hilfreiche Tipps rund um das Auslandssemester weiterzugeben.

Bewerbungsprozess

Für die Bewerbung am Berkeley College werden einige Unterlagen benötigt. Eine entsprechende Liste bekommt ihr vom International Office gestellt, welches euch bei allen Fragen unterstützend zur Seite steht. Besonders für die Bewerbung an einer amerikanischen Universität werden besondere Nachweise benötigt, wie z.B. ein Bank Statement. Für internationale Studenten, die in den USA studieren möchten, ist es üblich ein Bank Statement über die finanzielle Situation des Studenten zu verlangen. Die USA möchte sich damit vergewissern, dass man finanziell abgesichert ist und für sämtliche Ausgaben während der geplanten Zeit aufkommen kann. TIPP: Falls man den vorgesehenen Betrag nicht auf dem Konto haben sollte, kann man sich diesen für kurze Zeit von den Eltern oder Verwandten überweisen und danach das Statement ausstellen lassen.

Das J-1 Studenten Visum und der Termin bei der amerikanischen Botschaft in Berlin werden online beantragt. Dazu wird eine Kreditkarte benötigt, um die Gebühr vorab zu überweisen. Ich würde empfehlen, den Antrag zusammen mit euren Kommilitonen oder Angehörigen auszufüllen, da der Antrag etwas Zeit in Anspruch nimmt und auch etwas kompliziert aufgebaut ist. Das Visumsinterview war nur halb so wild. Lasst euch von den Onlineberichten nicht vernunsichern. Mein Interview in Berlin glich eher einer Massenabfertigung, wobei die Polizisten und Kontrollen am Eingang einen schon einschüchterten können. TIPP: Taschen sind in dem Gebäude strengstens verboten, egal ob eine Clutch oder eine Reisetasche. Also am besten am Bahnhof in ein Schließfach einschließen oder im Hotel lassen, falls ihr in Berlin übernachtet.

Das Berkeley College verlangt für das Auslandsstudium einen Nachweis über die Englischen Sprachkenntnisse auf B2-Sprachlevel. Ein Sprachzertifikat kann vom persönlichen Englischlehrer der BSP ausgestellt. Das heißt es wird kein TOEFL Zertifikat oder ähnliches genötigt, was natürlich Zeit und auch Kosten spart.

Nachdem ich alle Bewerbungsunterlagen zusammen hatte, wurden diese von der Hochschule an das Berkeley College verschickt. Nach wenigen Wochen bekam ich bereits eine Zusage und ich freute mich auf alle weiteren Vorbereitunge.

Flugbuchung
New York hat zwei Flughäfen, die für die Anreise in Frage kommen. Ich bin am JFK Flughafen angekommen und vom Newark Flughafen zurückgeflogen. Beide Flughäfen sind problemlos mit einem Taxi, Shuttle oder Bus zu erreichen. Für die Flugsuche verwende ich gerne die Flugsuchmaschine skyscanner.de. Dort vergleiche ich immer die besten Preise, Zeiten und Konditionen, um mich dann für einen Anbieter zu entscheiden. Aber jeder hat vermutlich seine eigene Lieblingssuchmaschine.

Unterkunft
Leider musste ich mit der Entscheidung für meine Unterkunft zunächst schlechte Erfahrungen machen. Über das Portal spareroom.com habe nach WG Zimmern gesucht. Zwar findet man dort hunderte Angebote aber man sucht buchstäblich die Nadel im Heuhaufen. Nachdem ich mit meiner potenziellen Vermieterin ein Facetime-Interview hatte, war ich sehr erleichtert, dass ich nach meiner langen Suche nun eine nette Mitbewohnerin gefunden hatte. Den Mietvertrag habe ich bereits 3 Tage später erhalten und überwies die Kaution von einer Monatsmiete. Es ist üblich die Kaution vor der Ankunft zu überweisen, da sie eine Sicherheit für den Vermieter darstellt. Mein Zimmer war in Midtown Manhattan und hat monatlich $ 1.400 inkl. aller Nebenkosten gekostet. Bei der Ankunft in meinem Apartment war jedoch die Enttäuschung groß. Was ich leider vorher nicht sehen konnte: Die Vermieterin hat ihr Schlafzimmer an mich vermietet, besaß kein eigenes Zimmer, sondern zog nach meinem Einzug in den offenen Wohnbereich. Zudem hatte sie in dem kleinen Apartment eine Katze und generell war die Wohnung in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Meine Vermieterin war zwar sehr nett und zuvorkommend, aber trotzdem wäre es eine unzumutbare Wohnsituation gewesen. Besonders für den Preis von $ 1.400, auch wenn es für Manhattan und die Lage die Regel ist.

Nach zwei schlaflosen Nächten habe ich mich entschieden ein neues Zimmer zu suchen und konnte glücklicherweise innerhalb von zwei Tagen in eine neue Wohnung im Financial District ziehen. Auch dieses Zimmer habe ich über Spareroom gefunden, aber konnte es mir jetzt vor Ort persönlich anschauen. Mein Fazit: Jeder stellt sich natürlich seine Ankunft in New York anders vor. Ich stehe zwar noch in Kontakt mit meiner ersten Vermieterin, jedoch habe ich meine Kaution bis heute nicht zurückerhalten. Von daher würde ich niemandem empfehlen ein Zimmer von einer Privatperson, von Deutschland aus und ohne es vorher zu besichtigen, zu mieten. TIPP: Freunde von mir haben ein Zimmer über die Agentur newyorknext.com gemietet. Für die Vermittlung verlangt die Agentur zwar eine Gebühr, die sich für eine seriöse und reibungslose Vermietung aber auf jeden Fall lohnt. Eine andere Alternative wäre die Suche vor Ort. Dafür würde ich ca. 2 Wochen vor Studienbeginn anreisen und über spareroom.com oder andere Portale Besichtigungstermine vereinbaren. Die Seite craigslist.com bei der Suche unbedingt vermeiden.

Preise und bevorzugte Stadtteile in New York
In Manhattan liegen die Preise für ein Zimmer durchschnittlich bei $ 1.400 bis $ 2.000. Generell ist jeder Stadtteil in Manhattan, vom Financial Street bis zur 100th Street sicher und zu empfehlen. Da das Berkeley College direkt in Midtown neben der Public Library and der 5th Avenue liegt, ist die Uni von jedem Stadtteil gut zu erreichen. Ich habe vom Financial District ca. 20 min mit der Bahn zum Berkeley College gebraucht. Ich persönlich würde Harlem und die Bronx, besonders für Frauen, als potentiellen Wohnort nicht weiterempfehlen. Zum einem, weil die Kriminalität dort relativ hoch ist und zum anderen, weil erfahrungsgemäß die meisten Berkeley Studenten eher in den anderen Stadtteilen wohnen und man so eventuell auch Freunde in seiner Nachbarschaft findet. Günstigere Mietpreise findet man unter anderem in Brooklyn. Dort gibt es sehr schöne Gegenden wie z.B. Williamsburg. Wobei man dann wesentliche längere Bahnfahrten zu der Universität und anderen Freizeitaktivitäten in Kauf nehmen muss.

Transport
In New York lohnt sich von Anfang an eine Monatskarte. Mit dieser kann man im gesamten New Yorker Stadtgebiet die Bahn und Busse benutzen und kostet ca. $ 130.

UBER
Anstatt die typischen gelben Taxis zu nutzen, habe ich für sämtliche Fahrten die Alternative Uber in Anpruch genommen. Besonders nachts ist es sicherer mit Uber zu fahren, als mit dem Zug. TIPP: Mit der Option Uber Pool zahlt man nur einen Bruchteil des eigentlichen Fahrpreises, weil der Fahrer die Option hat weitere Fahrgäste auf der Route einzusammeln.

Berkeley College
Wie bereits erwähnt, liegt das Berkeley College direkt in Midtown Manhattan, in einer Seitenstraße der 5th Avenue direkt neben der Public Library. Die Lage ist wirklich nicht zu übertreffen. Das gesamte Berkeley College Team ist immer sehr hilfsbereit gewesen und stand einem bei allen Fragen und Problemen zur Seite. Besonders viel Wert hat das Berkeley College auf gemeinsame Studentenaktivitäten gelegt. Bei uns war es zum Beispiel ein Musicalbesuch, welches sehr günstig für die Berkeley Studenten angeboten wurde und zum Studienende eine gemeinsame Bootsfahrt auf dem Hudson River, welche mein persönliches Highlight zum Abschluss war.

Studium
Zu Beginn des Auslandssemester habt ihr die Möglichkeit ein Studienprogramm zu wählen. Ich habe mich für Accounting entschieden, wobei auch HR, General Management, Marketing etc. zur Auswahl stehen. Meine Unterrichtszeiten waren von Mo-Fr von 12:30 bis 15:30 Uhr. Das klingt erstmal nach sehr wenig Unterrichtszeit, aber der Unterricht und der Arbeitsaufwand unterscheidet sich leicht von dem deutschen System. Ich hatte fünf verschiedene Fächer, von denen zwei management- und drei finanzbezogen waren. In jedem Fach ergibt sich die Note aus dem Midterm Exam, dem Final Exam, Referaten und der mündlichen Mitarbeit. Zudem gibt es in einigen Fächern regelmäßig Hausaufgaben. Diese umfassen meistens das Lesen von Kapiteln in den Lehrbüchern. Pluspunkt: Diese werden online zur Verfügung gestellt und müssen nicht extra gekauft werden.

Freizeit
In New York gibt es natürlich eine Menge zu entdecken. Oft sind wir direkt nach dem Unterricht shoppen, essen oder in den Central Park gegangen. Aufgrund der sehr guten Lage der Uni, kann man alles in kürzester Zeit bestens erreichen.

Manhattan hat viele wunderschöne Plätze und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Empfehlen würde ich die Staten Island Ferry. Diese fährt am Whitehall Terminal umsonst von der Südspitze Manhattans bis nach Staten Island direkt an der Statue of Liberty vorbei. Wenn man die Stadt von oben sehen möchte, würde ich hier die Aussichtsplattform Top of the Rock auf dem Rockefeller Center empfehlen. Zwar kostet das Ticket ca. 35 €, aber der Ausblick ist wirklich unbezahlbar. Nun zu meinen Shoppingtipps: Ich glaube es gibt keine bessere Stadt zum shoppen als New York. Amerikanische Marken wie A&F, Hollister, Polo etc. bekommt man hier buchstäblich hinterher geschmissen. Europäische Marken sind im Vergleich teurer. Mein Lieblingsstadtteil zum einkaufen ist Soho. Dort findet man neben den üblichen Modeketten, sehr viele kleine Boutiquen und außergewöhnliche Geschäfte.

Zum Nachtleben: In New York ist auch unter der Woche Wochenende. Zwar sind die Pubs und Bar unter der Woche weniger gut besucht, dafür sind die Clubs immer voll. Im Meatpacking District sind die meisten und besten Clubs. Wenn man Glück hat, kann man auch mal den ein oder anderen Schauspieler oder Sänger in den Clubs treffen. Um abends etwas trinken zu gehen, kann ich die Stone Street im Financial District empfehlen. Im Sommer sitzt man draußen und gerade nach Feierabend, ist dort immer eine super Stimmung.

Fazit
New York war für mich die beste Entscheidung für das Auslandssemester. Ich habe nicht nur eine wunderschöne Stadt kennengelernt, sondern auch tolle Freundinnen gefunden. Hoffentlich hat euch mein kleiner Erfahrungsbericht gefallen. Abschließend würde ich noch gerne meine TOP 10 Empfehlungen mit euch teilen. Gerne könnt ihr mir bei Fragen auch eine E-Mail schreiben.

TOP 10
1. Mit dem Fahrrad den Central Park erkunden (rund um den Central werden Leihfahrräder verliehen)
2. Williamsburg - total angesagter Stadtteil in Brooklyn, besonders für junge Leute
3. Coney Island – kleiner Freizeitpark mit Strandabschnitt
4. By Chloé - vegane Restaurantkette
5. Battery Park - der schönste Platz um ich sich den Sonnenuntergang anzusehen
6. Beauty and Essex Restaurant –  »Secret Restaurant«. Diese Restaurants findet man
   versteckt hinter eher unscheinbaren Shops
7. Sauce Restaurant – Die beste Pizza in ganz New York
8. Shake Shack – Das beste Fast Food Restaurant
9. MoMA – Museum of Modern Arts
10. 9/11 Memorial & Museum

Antonio Zizza

Fon: +49 (0)40.361 226 421
Fax: +49 (0)40.361 226 430
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